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Sonntag, 19. Januar 2014

DIY Pouf - stylishes und superpraktisches Sitzkissen!

Heute habe ich ein ganz großartiges Wohn-DIY für Euch, nämlich einen Pouf bzw. ein Sitzkissen zum Selbermachen. Und zwar mit einem abnehmbaren Bezug, falls er doch mal in die Wäsche muss. Die Poufs sieht man ja momentan in vielen Wohnzeitschriften und es ist ein echt praktisches und vielseitig verwendbares Teil, beispielsweise als Fußunterlage oder zusätzlicher Hocker. Als Stoff eignen sich feste Baumwollstoffe, beispielsweise Möbel-Bezugsstoffe oder ähnliches.


Material: 
  • 1m Außenstoff (ich habe "Fancywork" aus dem Stoffhaus Walter Kern verwendet, irgendwie bleibe ich immer bei diesen orientalischen bzw. Ethno-Mustern optisch hängen. Ein toller mittelfester, gewebter Baumwollstoff, gibt es auch in weiss-blau)
Sowie für das Innenleben: das ist davon abhängig, ob Ihr einen abnehmbaren Bezug wollt oder nicht.
  • Füllmaterial: Ich habe diese kleinen Styroporkügelchen (Sitzsackfüllung) verwendet. Sie passen sich toll der Form an, allerdings fliegen sie überall in der Wohnung herum, wenn man beim Befüllen nicht aufpasst. Sie rascheln außerdem beim Draufsetzen und der Sack ist recht fest. 
  • 1m Vlies, dicke Qualität (60g)
  • Endlos-Reissverschluss und Schieber (ca. 50 cm)

Dieses Material habe ich bei kissenwelt.de bestellt. Kosten gesamt: ca. 50 € (aber damit immer noch preiswerter als die meisten Sitzkissen, die man so kaufen kann. Einen Volumenrechner findet Ihr ebenfalls online.


Zeitaufwand: 
Das Ganze ist an sich schon eher ein Tagesprojekt. Von den Näh-Skills her müsst Ihr eigentlich nur geradeaus nähen können. trotzdem braucht man dafür ein bisschen Zeit.

TIPP: 
Wenn Ihr es einfacher und schneller (und auch günstiger) haben wollt, dann näht einen quadratischen Pouf, lasst den Innensack weg (dann braucht Ihr auch keinen Reissverschluss einnähen) und füllt ihn z.B. mit Stoffresten oder (gewaschener) Altkleidung. Als Bezug lässt sich z.B. auch ein (dünner) Läufer oder Teppich recyceln.

Zuschnitt:
Mein Pouf ist ca. 50 cm breit und 35 cm hoch, also schneidet zwei Kreise aus dem Stoff aus und gebt ca. 2 cm für die Nahtzugabe dazu. Bei 50 cm Durchmesser ist der Außenumfang gleich 157 cm. Ich habe an den beiden langen Seiten 2 cm und an der Innenseite 7 cm (sicherheitshalber) zugegeben.
Die Teile für den Innensack (aus Vlies) haben die gleichen Maße.
Für den Kreisdurchmesser habe ich mir so beholfen:


Beim Außenstoff sollten die Kanten mit Zickzackstich versäubert werden.


Für die äußere Hülle habe ich zunächst ein rundes Stoffteil (passend abschließend mit dem Muster) mit dem Rechteck zusammengesteckt und dann das Rechteck zusammengenäht, so dass es genau passt. 


Dann geht es an die Unterseite mit dem Reissverschluss: er lässt sich am besten einnähen (finde ich), wenn man ihn so vorbereitet.


Der Reissverschluss ist ca. 50 cm lang. Steckt ihn mit der Vorderseite auf und näht zunächst das kreisförmige Teil fest (da, wo kein Reissverschluss ist). Dann könnt Ihr den Reissverschluss (geschlossen) auf einer Seite festnähen. Auf der anderen Seite feststecken, Zipper leicht öffnen und mit dem Nähen beginnen, wenn Ihr beim Zipper angelangt seid, hebt Ihr das Füsschen und schließt ihn wieder. So können sich die Stoffteile nicht gegeneinander verschieben.



Der Zipper liegt schöner, wenn er von außen festgesteppt wird. Muss aber nicht sein.


 Näht den Innensack zusammen, und lasst an einer Seite eine Öffnung von ca. 20 cm zum Befüllen.


Zum Befüllen macht man den Sack am besten nur halbvoll, steckt ihn dann in die Hülle, befüllt ihn vollständig und näht ihn dann zu. Die Schaumstoffkügelchen-Füllung, die ich verwendet habe, kann mit der Zeit wohl noch nachgeben, daher habe ich eher etwas mehr davon verwendet.

Fertig ist das gemütliche Sitzkissen!



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Sonntag, 8. Dezember 2013

DIY Umhängetasche mit Ethno-Muster und Lederhenkel

Voilà, heute bin ich richtig stolz, Euch meine neue Tasche zu präsentieren! Dazu muss ich sagen, diese Tasche ist schon eines meiner ambitionierteren DIYs und an sich ein Wochenendprojekt, für das man schon mit der Nähmaschine vertraut sein sollte. Aber es lohnt sich ja immer, die Zeit zu investieren und dann ein Einzelstück zu tragen, oder?! Sie ist aus einem unheimlich tollen Stoff (Ramin in ockergelb vom Stoffhaus Walter Kern, gibt es auch in Grün). Eigentlich ist das ein grob gewebter, fester Möbelstoff, aber deswegen eignet er sich auch sehr gut für die robuste Tasche.


Außerdem habe ich Lederhenkel und einen Metallreissverschluss verwendet, um einen farblichen Kontrast zu dem Senfgelb des Stoffes zu erzielen (und weil ich außerdem neuerdings gern mit Leder arbeite).




Das Material ist demzufolge nicht ganz billig, zusätzlich zu den Kosten für den Stoff (31 €/m) kommen noch Kosten für die Lederriemen (ca. 15 Euro für die Henkel und den Schulterriemen) und ca. 15 Euro für sonstiges Kleinzeug wie die D-Ringe, Karabinerhaken und Buchmacherschrauben für die Befestigung. Das habe ich alles in München bei Leder Baumann gekauft, aber es gibt Ähnliches auch bei Dawanda oder z.B. bei Modulor habe ich die Buchschrauben auch gesehen.

Hier also die Materialliste:
  • Oberstoff: 2 x 41 cm x 59 cm
  • Futterstoff: ebenfalls 2 x 41 cm x 59 cm sowie 2 x 24 x 59 cm für die Innentaschen
  • Einlage (Vlieseline/Gewebeeinlage zum Aufbügeln, stark da dieser Stoff sehr ausfranst): ca. 2 x 24 x 59 cm
Der Zuschnitt beinhaltet bereits eine Nahtzugabe von ca. 1,5 cm.
  • Reissverschluss 55 cm 
  • Lederriemen, ca 110 cm für den Schulterriemen und ca 120 cm für die Tragehenkel
  • Zwei D-Ringe
  • Zwei Karabinerhaken
  • Leder- oder Stoffrest für die Vorbereitung des Reissverschlusses
  • 8 kurze Buchschrauben und 4 etwas längere (5 mm und 10 mm, je nachdem wie dick das Leder ist) - Achtung, ist auf dem Bild unten nicht korrekt abgebildet, hier musste ich nachkaufen.


Hat man dann erstmal alles beisammen, geht es an den Zuschnitt (Angaben oben sind MIT Nahtzugabe von ca. 1,5 cm aber bitte prüft alles nochmal mit der Länge Eures Reissverschlusses, bevor Ihr es ausschneidet): Da es ein Musterstoff ist, braucht man für eine Tasche dieser Größe schon ca. einen Meter, um den Zuschnitt passend "im Muster" machen zu können, d.h. dieses Muster sollte auf beiden Seiten mittig liegen. 


Danach die Einlage auf den Oberstoff rückseitig oben aufbügeln und die Kanten unbedingt mit Zickzackstich  versäubern, da beide Stoffe (mein Futterstoff ist ein einfacher Baumwollstoff) sehr stark ausfransen.


Dann habe ich den Stoff für die Innentaschen auf das große Futterteil aufgenäht. Obere und untere Kante vorher umbügeln. Ich habe es ca. 10 cm von der Unterkante aus angenäht, da am Boden ja keine Tasche gebraucht wird. Ich habe pro Seite zwei einfache Steckfächer eingefügt.




Dann geht es an den Reissverschluss: hier habe ich zunächst die Schlaufen für die D-Ringe angebracht. Dazu habe ich zwei rechteckige Lederstücke in der Breite des Reissverschlusses und mit einer Länge von ca. 7 cm ausgeschnitten und als Schlaufe von Hand an den Reissverschluss angenäht.


Diese Rollschneider sind der Hammer! Wenn Ihr öfters was mit Leder macht, lohnt sich die Anschaffung. 


Ich habe die Schlaufen mit Textilkleber vorgeklebt, dann tut man sich beim Nähen etwas leichter. 


Löcher mit der Ahle vorstechen. 


Mit einem festen Leinenzwirn o.ä. festnähen. 



Weiter geht es mit dem Einnähen des Reissverschlusses. Hier habe ich ja manchmal meine Problemchen, aber mit einem Reissverschlussfuß ging es ganz easy. Bei meinem Tassel Clutch DIY habe ich schon mal gezeigt, wie der Reissverschluss eingenäht wird: Leder wäre in unserem Fall natürlich der Oberstoff. Wenn Euch der Zipper im Weg ist, schiebt Ihr ihn einfach vorsichtig bei versenkter Nadel am Nähmaschinenfuß vorbei.




Oben habe ich den Reissverschluss abgesteppt (das Futter dabei auf die andere Seite legen, d.h. es wird nur durch den Reissverschluss und durch das Futter genäht). Dann liegt er schöner und der Stoff kommt beim Öffnen des Verschlusses nicht in die Quere.


Dann habe ich die Henkel angebracht, damit man sie nicht innen im Futter sieht:  dafür aus einem dünnen Lederriemen zwei Stücke mit jeweils ca. 60 cm Länge abschneiden. Unten zwei Löcher mit einer Lochzange anbringen (wenn das Leder richtig dick ist ist das nicht ganz so einfach, aber es geht mit etwas Körpereinsatz :-)). Dann das Oberteil der Buchschraube durchstecken, das andere Ende durch den Oberstoff und das Gewinde mit Sekundenkleber sichern (s.u.), dann erst fest verschrauben, sonst könnte es sich lockern).


Weiter geht es mit der Innentasche: Zip öffnen (!). Futter verschließen, dabei eine Wendeöffnung lassen. Aus dem Futter eine "Tüte" für den Boden formen und absteppen, die Tüte habe ich dann abgeschnitten (genauer ist das auch in diesem Kelim Taschen DIY erklärt). Danach habe ich die beiden Lederecken der Schlaufe am Zip nochmal innen angenäht, um zu verhindern, dass sie aus der fertigen Tasche rutschen (leider gibt es dazu kein Foto). Danach wird der den Außenstoff zugesteppt und ebenfalls die beiden Ecken mit einer Tüte in gleicher Größe fertiggestellt. Zum Schluss die Tasche wenden und die Wendeöffnung von Hand oder mit der Nähmaschine verschließen.


Der Umschlag des Lederriemens ist ca. 6 cm. Ebenfalls Löcher mit der Lochzange vorstanzen, die längeren Buchschrauben einsetzen und vor dem Verschrauben mit Klebstoff sichern. 


Das Wochenende ist rum, aber ich habe eine neue Tasche!! Ich finde, sie ist ein Traum!




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Sonntag, 17. November 2013

DIY Saddlestitching first try - Leder Brillen Case

Jedes Jahr das gleiche Thema - für Frauen finden sich ja recht schnell Geschenke, aber was sollen denn der Liebste / Vater / Bruder bekommen? Mir ist da eingefallen, dass ein im Sattlerstich handgenähtes Brillenetui aus Leder vielleicht gut ankommen könnte und daran hab ich mich dann dieses Wochenende auch versucht (und ich meine versucht!).


Saddle stitch ist übrigens die gleiche Nähtechnik, in der auch teure Handtaschen und Lederwaren gefertigt werden. Siehe hier bei Hermès. Nunja, zur Perfektion ist es ja bekanntlich ein weiter Weg... (ich rede es mir gerne so schön: "das ist ja auch der Charme eines selbstgemachten Geschenks, oder?"). Aber vor dem Verschenken übe ich da vielleicht noch ein bisschen, wollte Euch aber trotzdem zeigen, wie ich es gemacht habe.


Wenn Ihr das auch mal ausprobieren wollt - Folgendes Werkzeug habe ich verwendet: zwei feste Nadeln (z.B. Sticknadeln) und eine Ahle. Mit dem Rollschneider lässt sich Leder besonders gut schneiden, mit der Schere geht es natürlich auch. Ich habe ein dünnes Leinengarn für die Naht verwendet (es ist zwar sehr reissfest, ich würde aber beim nächsten Mal lieber einen dickeren Faden verwenden, weil die Naht dann wahrscheinlich schöner wird).

Außerdem habe ich ein mittelfestes dunkelbraunes Leder verwendet. Das Etui ist natürlich nicht ganz hart und die Brille daher auch nicht hundertprozentig geschützt, aber für den Alltagsgebrauch oder die Lesebrille reicht es eigentlich aus.

Weiterhin braucht man noch eine Gabel und ein paar Wäscheklammern.


Zunächst mal habe ich die Größe abgemessen. Das Lederstück für mein Brillenetui ist ca. 16 cm lang, 14,5 cm breit und hat eine abgerundete Ecke.



Mal ausprobieren... passt rein. Für eine breite oder gebogene Sonnenbrille ist es wahrscheinlich zu klein, für eine normale Brille sollte es aber passen.


Das Schnittmuster habe ich mit ein paar Stückchen Tesa auf dem Leder fixiert und mit dem Rollschneider ausgeschnitten. 


Dann habe ich die zwei Hälften mit den Wäscheklammern aufeinandergeklemmt. Mit der Gabel habe ich die Löcher für die Naht durch Eindrücken im Leder vormarkiert, so hat man immer den gleichen Abstand. 



Dann habe ich die Löcher mit der Ahle durch beide Seiten vorgestanzt. 


Für das Nähen im Sattlerstich habe ich ein Stück Faden in ca. 4x der Länge der Seitennaht abgeschnitten und an beiden Enden eine Nadel eingefädelt. Ich habe am unteren Ende des Etuis mit dem Nähen begonnen.


Danach geht es quasi in Achtern durch die Löcher, immer abwechselnd. Siehe auch hier


Tja... so gehts weiter. Die Löcher musste ich ab und zu wieder mit der Ahle weiten, sonst wäre mir wahrscheinlich die Nadel abgebrochen. 


Am Ende habe ich noch drei Löcher wieder "zurück" genäht und den Knoten dann innen verschwinden lassen.

Wie gesagt, es ist von Perfektion noch weit entfernt, aber ich wollte unbedingt mal diese eigentlich recht einfache wirkende Handwerkstechnik ausprobieren und finde es auch toll, mit Leder zu arbeiten. Ich probiers eventuell lieber nochmal mit einem dickeren Faden für die Naht und vielleicht kann ich dann das nächste Exemplar ja dann verschenken. :)

Euch eine angenehme Woche und liebe Grüße, Veronika